Montag, 30. Oktober 2017

Gnadenloser Rassismus in "summer time - Die Farbe des Sturms" von Vanessa Lafaye

Eigentlich sind ernste Romane nicht unbedingt mein Beuteschema, aber dieses wurde mir von Katharina vom Bloggerportal empfohlen und dann wollte ich "summer time - Die Farbe des Sturms" von Vanessa Lafaye doch eine Chance geben. Trotzdem stand es dann den Sommer über im Regal und ich konnte mich nicht wirklich aufraffen, es überhaupt anzufangen. Wie gesagt, eigentlich ist es nicht mein Genre. Aber ich wurde eines Besseren belehrt...

Erschienen ist das Buch im März 2017 bei Limes. Es ist als Hardcover und ebook erhältlich. Alle Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite.



Worum geht's?


"Florida, 1935. In Heron Key sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern so verworren wie die Wurzeln der Mangrovenbäume. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Henry die Stadt verlassen hat, um in Europa zu kämpfen. Die ganze Zeit hat Missy auf ihn gewartet. Als gutes Dienstmädchen kümmert sie sich um das Baby und das Haus der Familie Kincaid und zählt bis zu seiner Rückkehr die Sterne. Nun ist er zurück, doch in dem Veteranen erkennt sie kaum noch den einst stolzen Mann. Als eine weiße Frau in der Nacht vom 4. Juli halbtot am Strand gefunden wird, gerät Henry in Verdacht. Während die Anspannung in der kleinen Stadt weiter ansteigt, fällt das Barometer – der verheerendste Tornado aller Zeiten zieht auf. Im Auge des Sturms offenbaren sich Tragödien, lüften sich Jahrzehnte alte Geheimnisse – und Missys und Henrys Liebe wird auf die Probe gestellt …" (Quelle: Limes)


Rassentrennung, Vorurteile und ein Tornado...


Wow, dieses Buch hat mich echt mitgenommen, berührt und einfach nicht mehr losgelassen. Schon nach den ersten Seiten war klar, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann.
Es handelt sich um eine wahre Begebenheit und manchmal ist es wirklich erschreckend, wie grausam die Realität sein kann. Es spielt nach dem ersten Weltkrieg in einer Provinz im amerikanischen Florida. Obwohl auch schwarze Soldaten für ihr Land gekämpft und gestorben sind, werden sie nach der Rückkehr nicht wie Helden gefeiert. Es herrscht immer noch eine strikte Rassentrennung: Die Afro-Amerikaner haben eigene Verkaufsfenster und einen eigenen Strandabschnitt, an dem sie sich aufhalten müssen. Allein das fand ich schon richtig schlimm, vor allem weil es so lange Gang und Gäbe war und auch heute noch so viel Rassismus herrscht - nicht nur in den USA.

Erzählt wird die Geschichte der unterschiedlichen Bewohner des Städtchens Heron Key: Schwarze und Weiße. Am Anfang fiel es mir etwas schwer auseinander zu halten, wer zu welcher Gruppe gehört, aber das hat sich schnell gegeben. Im Mittelpunkt steht Missy, eine junge Schwarze, die als Haushälterin und Kindermädchen arbeitet. Sie ist eine sehr starke Frau, die sich von niemanden einschüchtern lässt. Daneben gibt es Henry, ein Kinderfreund, der im Krieg gekämpft und nun zurückgekehrt ist.

Doch wer jetzt eine romantische Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Denn es wird nicht nur eine weiße Frau fast tot geprügelt - und Henry ist unter den Verdächtigen - es zieht auch ein Tornado auf. Spätestens dann sind mir immer wieder Tränen über die Wangen gelaufen, weil mich die Geschehnisse und das Unrecht wirklich mitgenommen haben.

Der Schreibstil ist eigentlich relativ sachlich, aber was erzählt wird, ist einfach unfassbar emotional. Deswegen kann man das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Bewohner sorgen außerdem dafür, dass man nicht nur unheimlich viel erfährt, sondern dass auch Spannung aufgebaut wird und es immer wieder kleine Cliffhanger gibt, weil man einfach wissen möchte, wie es mit der betreffenden Person weitergeht.

Das Buch ist insgesamt einfach nur wunderbar. Traurig, aber einfach wunderbar. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

Eure







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Zum Buch: summer time - Die Farbe des Sturms
Zur Autorin: Vanessa Lafaye
Zum Verlag: Limes

Kommentare:

  1. Hallo Jasmin,
    das Buch habe ich im Sommer gelesen und hat mir auch sehr gut gefallen. Schade, dass es kaum beachtet wurde, denn es ist wirklich sehr interessant zu lesen.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ja, das fand ich auch. Es ist keine leichte Kost, aber absolut lesenswert!
      Liebe Grüße
      Jasmin

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