Montag, 20. Juli 2020

Pestausbruch in "Patient Null - Wer wird überleben?" von Daniel Kalla

Ist es sinnvoll, während im realen Leben eine Pandemie unser Leben einschränkt, man Abstand halten und Maske tragen muss, ein Buch über eine Epidemie zu lesen? Ganz ehrlich, ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat - aber auf jeden Fall habe ich es mit einem anderen Blick auf die Geschehnisse getan, als ich es vor Corona gemacht hätte.

Dabei geht es in "Patient Null - Wer wird überleben?" von Daniel Kalla gar nicht um ein Virus, sondern um die Pest. Parallelen finden sich trotzdem.

Erschienen ist das Buch im Mai im Ullstein Verlag. Es ist als Taschenbuch und ebook erhältlich.




Worum geht's?


"Wir dachten, wir hätten sie besiegt: die Seuche, die vor 700 Jahren 25 Millionen Menschen dahinraffte. Doch jetzt ist die Pest zurück - noch tödlicher, noch verheerender - und bedroht die ganze Menschheit

Dr. Alana Vaughn, Expertin für Infektionskrankheiten bei der NATO, wird nach Genua gerufen, um eine schwerkranke Frau zu untersuchen. Entsetzt stellt Alana fest, dass die Patientin Symptome einer neuen und besonders aggressiven Form der Lungenpest aufweist, deren Erreger Antibiotika resistent ist. Alana kommt ein fürchterlicher Verdacht: Könnte hier Bioterrorismus im Spiel sein? Zusammen mit Byron Menke von der WHO macht sie sich auf die verzweifelte Suche nach Patient Null, dem ersten Infizierten, um die Epidemie einzudämmen. Während die tödliche Seuche Rom und Neapel erreicht, stoßen Alana und Byron auf ein 800 Jahre altes Kloster und ein Tagebuch aus dem Mittelalter, das vielleicht die Erklärung für den gegenwärtigen Pest-Ausbruch enthält. Können sie die Wahrheit enthüllen, bevor tausende Menschen sterben?" (Klappentext)


Der schwarze Tod ist zurück...


Corona hat uns fest im realen Leben fest im Griff - in diesem Buch ist es aber die Pest, die Italien in Atem hält.
Der Klappentext nimmt schon einiges vorweg, was mich aber nicht gestört hat. Denn die Spannung kommt durch die Handlung und der Jagd nach dem "Patient Null", um die Seuche einzudämmen.

Im Mittelpunkt steht dabei Dr. Alana Vaughn, die durch ihre Arbeit bei der WHO und aktuell bei der NATO schon viel Erfahrung in Bezug auf Epidemien unterschiedlichen Ursprungs hat. Für mich war sie eine gute Protagonistin, auch wenn sie etwas unnahbar geblieben ist. Über ihr Privatleben erfährt man zwar einiges, aber es nimmt nicht zu viel Raum ein.

Was mich richtig begeistern konnte, war der Aufbau des Buches. Auf der einen Seiten sind wir in der Gegenwart mit modernster Medizintechnik. Auf der anderen Seite geht es aber auch immer wieder zurück in die Vergangenheit, in dem man das Tagebuchs eines Baders aus Genua liest, der gegen die Pest im Mittelalter gekämpft hat. Hier wurden Parallelen aufgezeigt, aber auch die Unterschiede. Erschreckend war für mich, dass sich die Menschen aber wenig geändert haben: Ein Sündenbock wird immer gesucht.

Im Mittelpunkt steht ganz deutlich die Suche nach dem Ursprung der Pest - denn erklären kann man sich diesen Ausbruch nicht. Als Leser hat man der Protagonistin hier um einiges voraus, denn durch die Perspektivenwechsel kann man schon erahnen, was passiert sein muss. Das hat der Spannung aber keinen Abbruch getan.

Auch der Schreibstil hat mir gefallen. Er war zwar recht sachlich, aber das hat zum Inhalt des Buches gepasst. Außerdem unterscheidet sich die Sprache je nachdem, ob man in der Gegenwart oder Vergangenheit ist. Dadurch wirkt es sehr authentisch.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen - auch wenn ich wegen Corona etwas vorbelastet war. Von mir gibt es 4 Sterne.

Eure

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