Samstag, 26. Oktober 2019

Frauenhass in "Dornenbraut" von Leonie Haubrich

Schande auf mein Haupt - ich habe das Gefühl, dass Heike Fröhling schneller schreibt als ich lese. Denn ihr Thriller "Dornenbraut" stand eine Weile im Regal, bis ich ihn in die Hand genommen habe. Dann aber habe ich ihn auch nicht mehr aus der Hand gelegt.

Wer es nicht weiß: Ihre Thriller veröffentlicht Heike unter dem Pseudonym Leonie Haubrich. Geschrieben hat sie wirklich schon einige, zum Beispiel "Dunkelmädchen" oder "Nebelherz". Schaut doch einfach mal über die Suchfunktion, da werdet ihr viele Rezis von mir finden. Alle Infos findet ihr auch auf Heikes Autorenseite.

An dieser Stelle bedanke ich mich auch direkt bei ihr: Danke liebe Heike, dass ich wieder ein Buch mit einer so wundervollen Widmung von dir bekommen habe!


Worum geht's?


"Die Journalistin Franziska Zimmermann recherchiert über Menschen, die unfreiwillig enthaltsam leben und eine weltweite Online-Community bilden – sogenannte Incels. Als sie in einem Incel-Forum, das nur für Männer zugelassen ist, Hinweise auf einen Mord aus Frauenhass entdeckt und ihre Tarnung auffliegt, wird Franziska von der Jägerin zur Gejagten. Doch nicht nur sie steht im Fokus des Killers, auch ihre dreijährige Tochter Marie ist in Gefahr …" (Klappentext)

Frauenhass online...


Zuerst habe ich mich gefragt: Was ist denn bitte "Incel"? Ein Thema, das ich noch nicht gekannt habe, das es aber anscheinend gibt. Es handelt sich dabei um Männer, die einen Hass auf Frauen haben, der rational nicht wirklich erklärbar ist. Eher damit, dass sie keine Frau für sich finden. Meiner Meinung nach ein sehr interessantes Thema für einen Thriller.

Die Hauptperson ist die Journalistin Franziska Zimmermann, bei der es privat und beruflich gerade nicht so gut läuft. Sie sieht ihre Chance, wieder in ihrem Beruf durchzustarten, in dem sie undercover in diversen Foren zum Thema Incels recherchiert, um eine Reportage zu verfassen.

Was mutig beginnt, nimmt schnell eine gefährliche Wendung, denn die Incels scheinen nicht nur in den Foren ihre Hass-Fantasien gegen Frauen auszuleben. Es beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man mit Franziska mitfiebert. Man spürt beim Lesen förmlich die Gefahr, in die sie sich begibt und will ihr immer zurufen, dass sie schnell mit der ganzen Sache aufhören soll.

Dabei bleibt viel Raum, um sich eigene Gedanken zu machen, wer hinter allem stecken könnte. Man wird auf falsche Fährten geführt, hat dann eine Ahnung, was sein könnte - nur um dann wieder neue Hinweise zu bekommen, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. Die Autorin hat es hier wirklich sehr gut geschafft, die Spannung hoch zu halten, ohne den Plot zu überladen. 

Dafür sorgen auch die kurzen Kapitel. Man muss förmlich weiterlesen, denn ein Kapitel geht noch - und schon hat man das halbe Buch durchgelesen. Ich habe es auf jeden Fall nicht aus der Hand gelegt, man sollte sich also Zeit nehmen, wenn man mit dem Buch beginnt. 

Gut gefallen hat mir auch, dass Leonie Haubrich hier gut recherchiert hat. Es wirkt wirklich alles sehr authentisch und sie schafft es, dem Leser eine Welt zu zeigen, die man so nicht kennt, ohne das es langatmig oder belehrend wird.

Insgesamt hat mir der Thriller einfach unglaublich gut gefallen: spannend, kurzweilig und anders! Von mir gibt es 5 Sterne!

Eure

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