Mittwoch, 7. August 2019

Ein Pfarrer ermittelt in "Die Vergebung der Sünden" von James Runcie

Als ich im Newsletter von Hoffmann und Campe auf "Die Vergebung der Sünden" von James Runcie gestoßen bin, wusste ich, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Denn schon das Cover ist irgendwie außergewöhnlich und fällt auf jeden Fall auf. Außerdem hat mich gereizt, dass es nicht nur um einen Kriminalfall geht, sondern gleich mehrere. Das ist nicht unbedingt Standard und genau das suche ich ja momentan vermehrt - Bücher, die nicht der Norm entsprechen und mich überraschen.

Erschienen ist "Die Vergebung der Sünden" im Mai 2019 im Verlagsbereich Atlantik von Hoffmann und Campe.

An dieser Stelle herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.



Worum geht's?


"Sidney Chambers ist zurück und geht weiter seinen etwas unfreiwilligen Ermittlungen nach. Ein mysteriöser Fremde sucht Zuflucht in der Kirche von Grantchester, ein Freund erhält mit giftiger Tinte geschriebene Briefe, ein Klavier fällt einem Musiker auf den Kopf, ein Cricket-Turnier findet ein explosives Ende und im Italienurlaub wird Sidney bezichtigt, ein Gemälde von unschätzbarem Wert gestohlen zu haben. Und auch sein Privatleben will nicht recht zur Ruhe kommen. Sein neuer Vikar wird zu Sidneys Missfallen immer beliebter bei der Gemeinde und seine kleine Tochter beginnt zu laufen und zu plappern." (Quelle: Hoffmann und Campe)

Ruhiges Landleben...


Im Mittelpunkt des Buches steht Sidney Chambers, ein Pfarrer, der unfreiwillig - aber auch weil es seiner Neugier geschuldet ist - in eine Ermittlung nach der anderen verwickelt ist. Dabei kommt er aber auch seinen "normalen" Aufgaben nach und kümmert sich um seine kleine Familie. Der Protagonist ist bodenständig und deswegen einfach nur sympathisch.

Wie schon der Klappentext andeutet, geht es in diesem Buch nicht nur um einen Kriminalfall, sondern um viele verschiedene. Trotzdem ist die Geschichte nicht überladen, sondern gut gegliedert. Man hat das Gefühl, mehrere Kurzgeschichten zu lesen, die durch einen roten Faden miteinander verbunden sind. Denn man erlebt die Entwicklung des Protagonisten mit, seine Tochter wird älter, eine Beförderung steht an, etc. Dadurch wirkt alles sehr authentisch und real. 

Das gilt auch für die einzelnen Fälle. Sie sind sehr unterschiedlich und bieten deswegen viel Abwechslung. Ein Kapitel bzw. eine Geschichte liest sich schnell, sodass man es gut ohne Unterbrechung zwischendurch lesen kann. Wer viel Blut sucht, wird hier nicht fündig. Es geht eher um alltägliche Dinge wie Eifersuchtsdramen oder Intrigen, die genau so auch wirklich passieren könnten. Obwohl alles sehr ruhig ist, fehlt es nicht an Spannung und der Leser kann miträtseln, was hinter allem steckt.

Allerdings habe ich hier einen kleinen Kritikpunkt: Denn selbst auf die Lösung zu kommen ist mir sehr schwer gefallen. Sidney Chambers wirkt ein bisschen wie Sherlock Holmes, der durch Gespräche und geschicktes kombinieren auf die jeweilige Lösung kommt. Hier wird man als Leser etwas abgehängt, sodass es schwer ist, die richtige Fährte aufzunehmen.

Die Sprache ist sehr ruhig und gemütlich, also genau das Richtige, um den Alltag zu entfliehen. Sehr gut gefallen haben mir vor allem die Dialoge zwischen Sidney und seiner Frau Hildegard, die sehr authentisch sind und den Ehealltag gut herüberbringt.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich werde den Autor im Auge behalten. Denn "Die Vergebung der Sünden" ist mal etwas anderes. Von mir gibt es 4 Sterne!

Eure

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