Samstag, 11. April 2020

Tödliches Bamberg in "Angeschwärzt" von Friederike Schmöe

Ich werde nicht jammern, denn es gibt Menschen, die sind in der momentanen Corona-Ausnahmesituation noch viel schlechter dran als ich. Aber ich gebe zu: An Ostern meine Familie nicht zu sehen und nicht wie geplant in die alte Heimat fahren zu können, ist doch irgendwie schwer. Deshalb habe ich mir ein Buch von einer liebe Autorin geschnappt, um wenigstens ein bisschen zurück nach Franken zu kommen.

"Angeschwärzt" von Friederike Schmöe ist der 13. Fall für die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy. Erschienen ist der Regionalkrimi im Juni 2019 im Gmeiner Verlag.



Worum geht's?


"Mara will ihrem Vater Bernhard endlich von ihren Heiratsplänen erzählen. Doch der Juwelier kehrt von seiner sonntäglichen Rafting-Tour nicht zurück. Hatte er einen Unfall? Mara und ihre Mutter Kamila beauftragen die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy mit der Suche nach ihm. Bernhard hat in seinem Geschäftsleben ein ganzes Netz halblegaler Verbindungen gewebt, das bis in abgelegene Steuerparadiese reicht. Wurde er ermordet, oder handelt es sich bei seinem Verschwinden um einen gigantischen Versicherungsbetrug?" (Klappentext Gmeiner Verlag)

Tödliches Bamberg...


"Angeschwärzt" ist ein typischer Regionalkrimi. Wer schon mal in Bamberg war, der wird die Orte wiedererkennen, wer nicht, der kann sich diese schöne Stadt zumindest sehr gut vorstellen. Dabei geht es aber nicht nur um Gebäude oder Plätze, auch wie die Menschen dort leben wird thematisiert, so zum Beispiel die typischen Bamberger Keller, um dort ein Feierabendbier zu trinken.

Auch wenn es schon der 13. Fall für die Privatermittlerin Katinka Palfy ist, kann man das Buch unabhängig lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Ich habe noch nicht alle Bände gelesen und auch die Reihenfolge nicht immer eingehalten, aber ich kam sehr gut zurecht.

Mir gefällt vor allem, dass die Krimis von Friederike Schmöe eher unaufgeregt, aber dennoch spannend sind. Es gibt hier keinen verrückten Serienkiller oder ähnliches, sondern hier ermittelt sie in einem Fall, der auch tatsächlich so passieren könnte. Dadurch wirkt es sehr echt, was mir beim Lesen sehr gefällt. 

Erzählt wird die Geschichte chronologisch, was dem Leser die Möglichkeit gibt, der Ermittlerin direkt über die Schulter zu schauen und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen. Außerdem kann man prima miträtseln, es werden verschiedene Spuren verfolgt und auch mehrere potentielle Täter präsentiert.

Schön fand ich es auch, auf bereits bekannte Figuren zu treffen, wobei das Privatleben von Katinka Palfy und ihren Freunden nicht im Mittelpunkt steht. Der Fokus liegt wirklich auf dem aktuellen Fall.

Die Sprache ist unaufgeregt, direkt aus dem Leben gegriffen und deswegen sehr authentisch. Man liest schnell über die einzelnen Kapitel hinweg. 

Es ist ein Krimi für gemütliche Lesestunden, bei dem einem nicht das Herz stehen bleibt oder man das Buch vor Ekel aus der Hand legen möchte. Das war für mich eine schöne Abwechslung.
Von mir gibt es 4 Sterne.

Eure

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