Donnerstag, 2. April 2020

Mordende Kinder in "Blutgott" von Veit Etzold

Gestern war es soweit: Der neue Thriller von Veit Etzold ist im Knaur Verlag erschienen! Auf "Blutgott" habe ich sehnsüchtig gewartet, aber zum Glück nicht bis zum Erscheinungstermin, denn ich durfte das Buch vorablesen.

Zuerst erreichten mich mysteriöse und auch etwas verstörende E-Mails, dann war da auf einmal ein Päckchen in der Post... Es enthielt nicht nur das Buch, sondern auch einen persönlichen Brief des Blutgotts, Socken und ein Tattoo - natürlich eins zum abwaschen.
An dieser Stelle vielen Dank an Knaur für die tolle Überraschung! 
Meine Meinung wurde durch die Bereitstellung des Leseexemplars nicht beeinflusst.

Nun ist es aber so: Ich hatte das Buch schon vorbestellt, denn seit ich Veit Etzold und seine Saskia auf einer Lesung kennengelernt habe (hier könnt ihr meinen Bericht nochmal lesen), bin ich ein großer Fan. Jetzt habe ich ein Exemplar zu viel, also haltet die Augen offen. Es wird demnächst ein Gewinnspiel geben.


Worum geht's?


"Ein Mädchen sitzt allein in einem schäbigen alten Abteil eines IC, der gerade Nordrhein-Westfalen durchfährt. Plötzlich öffnet sich quietschend die Tür: Eine Gruppe Jungen betritt das Abteil. Zielstrebig nähern sie sich den Fenstern und ziehen die Vorhänge zu. Was dann geschieht, jagt den hartgesottenen Ermittlern vom LKA Berlin um Patho-Psychologin Clara Vidalis Schauer über den Rücken …Und es bleibt nicht bei diesem einen außergewöhnlich brutalen Mord, verübt noch dazu von einer Gruppe Minderjähriger – bald schlagen die kindlichen Killer-Kommandos in ganz Deutschland zu.
Clara Vidalis glaubt nicht an Zufälle. Und sie kann (und will) auch nicht glauben, dass die Teenager auf eigene Faust gehandelt haben. Was sie nicht ahnt: In seiner Welt ist ihr wahrer Gegner ein Gott. Und die Messen, die er von seinen Anhängern fordert, sind blutige »slash mobs«." (Quelle: Klappentext)

Kindliche Mörder...


Kurz vorab: Bei dem Buch handelt es sich um den 7. Teil der Reihe rund um die Ermittlerin Clara Vidalis. Man muss allerdings die Vorgänger nicht kennen, da der Thriller selbst abgeschlossen ist und wichtige Infos aus den Vorgängerbüchern kurz angesprochen werden. Ich selbst habe beim Lesen auch nicht die richtige Reihenfolge eingehalten und hatte keine Probleme.

Aber zum Inhalt: "Blutgott" beginnt - wie der Titel schon sagt - ziemlich blutig. Denn bereit auf den ersten Seiten geschieht der im Klappentext angesprochene brutale, ja sogar unvorstellbare Mord an einer Jugendlichen. Ich war von Veit Etzold was die Brutalität und die Menge an blutigen Morden schon einiges gewöhnt, aber in diesem Band setzt er nochmal einen drauf. Denn es bleibt nicht nur bei dem einen Mord, auch für die folgenden braucht man einen starken Magen. Deshalb sollte man das Buch auch wirklich nur lesen, wenn man von solch brutalen Szenen keine Albträume bekommt.

Aufgebaut ist der Thriller wie man es vom Autor kennt: Kurze, knappe Kapitel, die dafür sorgen, dass man immer weiterliest, weil es kleine Cliffhanger gibt und "eins immer noch schnell geht". Deswegen war "Blutgott" für mich ein Pageturner, auch wenn ich es zwei-, dreimal zugeklappt habe und erst einmal durchatmen musste. 
Neben der Ermittlungsarbeit von Clara Vidalis und ihrem Team gibt Veit Etzold auch den Tätern eine Menge Raum. So bekommt man die "Rekrutierung" der minderjährigen Mörder durch den Blutgott hautnah mit, liest seine E-Mails und blickt durch seine Augen. Diese Passagen fand ich besonders angsteinflößend.

Eine Sache fällt mir relativ schwer zu bewerten, ich weiß nicht, ob ich sie gut oder schlecht finde: Die Morde finden in der Realität statt, aber auch das Internet spielt eine wichtige Rolle, denn hier trifft nicht nur der Blutgott seine Jünger, sondern diese veröffentlichen auch Videos ihrer Taten usw. Deshalb finde ich es gut, dass der Autor auch diesem Thema viel Platz einräumt und auf Internetseiten und Videos verweist, die es wirklich gibt und wo man die Abgründe der menschlichen Gesellschaft sehen kann. Er nennt zum Beispiel mehrmals das Video "Two girls, one cup", das ich selbst nie gesehen habe (und niemals sehen will), aber von dem man schon gehört hat. Andererseits frage ich mich, ob es wirklich nötig ist, so viel Reales in einen fiktiven Thriller zu holen und Webseiten zu nennen, auf denen man brutale und abartige Videos anschauen kann - denn es ist ja eine Art Werbung für diese Seiten. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob ich es positiv oder negativ beurteile.

Was mir aber leider nicht gefallen hat, war das Ende des Thrillers. Es geht wirklich zur Sache, man kann nicht aufhören zu lesen, die Brutalität und die Spannung spitzen sich nochmal zu - und dann das. Ich werde nicht spoilern, aber für mich war es zu konstruiert und realitätsfern. Allerdings bin ich gespannt, ob daran in den Folgebänden von Clara Vidalis nochmal angeknüpft wird.

Insgesamt ein spannendes Lesevergnügen, für das man allerdings gute Nerven braucht. Von mir gibt es 4 Sterne!

Eure





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