Mittwoch, 8. April 2020

Sie lassen dich nicht gehen in "Die Sekte #2 - Deine Angst ist erst der Anfang" von Mariette Lindstein

Endlich ist er da, der zweite Teil rund um Sofia Bauman, die ohne es zu ahnen in eine Sekte geraten ist.

Der erste Teil "Die Sekte - Es gibt kein Entkommen" hat mir sehr gut gefallen, weil er beschreibt, wie leicht Menschen zu beeinflussen sind. Sofia ist eigentlich eine starke, selbstbewusste Frau, die sich dann doch nach und nach in eine Abhängigkeit der Sekte begibt.

Erschienen ist Mitte Februar bei blanvalet die Fortsetzung erschienen und es wird noch einen weiteren Teil geben, der im Juli 2020 erscheint.

Wer den ersten Teil noch nicht kennt, ihn aber noch lesen möchte, der sollte ab hier nicht mehr weiterlesen.



Worum geht's?


Sofia Bauman, einst Anhängerin von »ViaTerra«, glaubt sich endlich in Sicherheit. Dank ihr sitzt der teuflische Sektenführer Franz Oswald hinter Gittern – und doch erreicht dessen Rachedurst Sofia sogar aus dem Gefängnis. Ununterbrochen erhält sie Nachrichten, die ihr Angst machen, und findet ihre Kontaktdaten auf dubiosen Internetseiten angegeben. Die Polizei vermag sie vor Oswalds Terror nicht zu schützen. Als sie auch noch in ihrem eigenen Heim eine Kamera findet, die jeden ihrer Schritte aufzeichnet, erkennt Sofia, dass sie in Schweden nicht mehr sicher ist – und flüchtet nach San Francisco. Doch Oswald bekommt stets, was er begehrt, und findet einen Weg, sich Sofia zurückzuholen ... (Klappentext blanvalet)

Sie lassen dich nicht gehen...


Ein erster Minuspunkt: Der Klappentext verrät leider schon sehr viel. Wie der erste Teil ist auch "Die Sekte - Deine Angst ist erst der Anfang" mit fast 500 Seiten ein recht dickes Buch und bietet so Platz für viel Inhalt. Wenn davon aber schon unter anderem wichtige Wendungen im Klappentext verraten werden, nimmt das doch etwas den Lesegenuss.

Trotzdem hat mich die Fortsetzung begeistert. Sie knüpft nahezu nahtlos an den ersten Teil an. Diesen sollte man auch unbedingt gelesen haben, weil man sonst einiges nicht versteht. Wieder steht Sofia im Mittelpunkt, die sich nach ihrer Flucht von Via Terra ein normales Leben aufbauen möchte. Dies gelingt ihr aber nicht ganz, die Sekte beherrscht ihre Gedanken und Gefühle nach wie vor.

Anders als im ersten Teil ist natürlich der Ort des Geschehens. Man befindet sich als Leser größtenteils im Alltag, nicht im Leben der Sektenmitglieder. Das war eine gute Abwechslung und hat zur Entwicklung der Geschichte perfekt gepasst. Allerdings hat dadurch auch für mich genau das gefehlt, was meiner Meinung nach den ersten Teil ausgemacht hat, nämlich die Einblicke in das Sektenleben. 

Gruselig waren wieder die Machenschaften von Oswald. Nach vorne der Saubermann, hintenrum aber gerissen und skrupellos. Über ihn lernt man auch weitere Hintergründe kennen, denn die im ersten Teil angesprochene Familiensaga wird nun auch dem Leser zugänglich gemacht.

Der Schreibstil ist wie im ersten Band sehr angenehm zu lesen. Ich wurde gefesselt, auch wenn einige Dinge nicht überraschend waren. Trotzdem gab es auch wieder Highlights, bei denen ich richtig mitgefiebert habe.

Ich mache einige kleine Abstriche, aber kann das Buch trotzdem uneingeschränkt weiterempfehlen. Außerdem bin ich richtig gespannt, wie die Geschichte mit dem dritten Teil zum Abschluss gebracht wird. Von mir gibt es 4 Sterne.

Eure

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