Dienstag, 10. Dezember 2019

Hochzeits-Chaos in "Trau dich doch" von Ellen Berg

Man erkennt sie schon am Cover: Die Bücher von Ellen Berg. Witzig, kurzweilig und was fürs Herz darf auch nicht fehlen. Deswegen hab ich gedacht, dass ich mal wieder etwas heimeligeres lese, denn es waren doch recht viele Thriller in letzter Zeit. Und langsam geht es ja auch auf Weihnachten zu, da darf es ruhig etwas gemütliches sein.

Außerdem passt das Buch wunderbar zu Daggis Buch-Challenge. Hier fehlen mir ja nur noch wenige Titel und "Trau dich doch" hat tatsächlich ein Lebensmittel auf dem Cover - ich kann also diese Aufgabe auch noch erfüllen.

Erschienen ist das Buch im Aufbau Verlag. Es ist als Taschenbuch, Hörbuch und ebook erhältlich.




Worum geht's?


"Hochzeitsplanerin Amelie könnte vor Verzweiflung in den Brautstrauß beißen: Der Bräutigam kann vor Restalkohol kaum stehen, die Braut dreht ohnehin durch, die weißen Tauben haben keine Lust zu fliegen. Noch dazu ist Amelies eigener Traum vom "für immer" gerade zerplatzt – nach ihrer unerfreulichen Scheidung muss sie sich in einem ganz neuen Leben zurechtfinden. Dass sie bei ihrem nächsten Auftrag einem Mann begegnet, der all das zu sein scheint, was sie sich sehnlichst wünscht, macht es auch nicht gerade besser. Denn dummerweise ist er der Bräutigam …" (Klappentext Aufbau Verlag)

Eine Hochzeit nach der anderen...


Eigentlich war ich von den Büchern von Ellen Berg immer begeistert. Sie waren witzig und hatten etwas, was man nicht immer liest: Irgendwie etwas Besonderes, das man nicht in jedem Buch dieser Art findet.

Von "Trau dich doch" wurde ich dagegen enttäuscht. Ich kann es selbst gar nicht glauben, aber der Roman hat mich teilweise etwas aufgeregt. Die Autorin benutzt hier sämtliche Klischees in Bezug auf verlassene Ehefrauen, jüngere Nachfolgerinnen, geldgierige Heiratsschwindlerinnen, etc.

Dadurch wurde alles sehr vorhersehbar, es gab keine wirklichen Überraschungen und die Geschichte hat sich ganz schön hingezogen. Denn die Handlung geht nicht wirklich voran, alles scheint sich etwas im Kreis zu drehen.

Auch Amelie als Protagonistin konnte mich nur bedingt überzeugen. Sie gefällt sich meiner Meinung nach zu sehr in der Opferrolle und macht sich permanent klein. Erst gegen Ende des Buches bricht sie daraus aus - das hätte für mich schon früher kommen dürfen. Ihre Freundin Edeltraud, die sie auch bei den Hochzeitsplanungen unterstützt, war für mich etwas drüber. Zwar fand ich die resolute Frau ganz sympathisch, aber hier wirkt alles etwas übertrieben, egal ob das Verhalten oder der Kleidungsstil.

Während im Großteil des Buches alles schief geht, kommt es dann am Ende zu einer Änderung. Das ist nicht überraschend, was ich aber auch nicht schlimm fand, denn alles andere hätte nicht zu dem Genre gepasst. Allerdings geht es dann sehr schnell, fast schon zu schnell. Während ich mich am Anfang eher durch die Geschichte kämpfen musste, war sie dann für meinen Geschmack zu schnell vorbei.

Richtig gut hingegen fand ich wieder den Schreibstil. Wie man es von der Autorin gewohnt ist, schreibt sie sehr flüssig und locker, außerdem sehr lebendig und anschaulich.

Wahrscheinlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch. Ich bin immer noch ein Fan von Ellen Berg, auch wenn sie mich mit diesem Roman nicht überzeugen konnte. Von mir gibt es 2 Sterne.

Eure

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