Montag, 8. April 2019

Verschwundene Mädchen in "Eisige Tage" von Alex Pohl

Was gibt es besseres, wenn der Frühling vor der Tür steht, die Sonne scheint, man bezieht endlich wieder zum Lesen den Balkon - und dann schnappt man sich einen Thriller, der im eiskalten Dezember in Leipzig spielt. So ging es mir mit "Eisige Tage" von Alex Pohl.

Ich hatte so viele verschiedene Meinungen zu dem Buch gelesen, dass ich mir unbedingt meine eigene bilden wollte. Es handelt sich hier um den ersten Teil einer neuen Reihe rund um die Ermittler Seiler und Novic.

Erschienen ist das Buch im Februar bei Penguin und als Taschenbuch, ebook und Hörbuch erhältlich.




Worum geht's?


"Winter in Leipzig, die Stadt erstarrt in Eiseskälte. In einem Auto am Elster-Saale-Kanal wird die steifgefrorene Leiche eines Anwalts gefunden. Was für die smarte Kommissarin Hanna Seiler und ihren starrköpfigen Kollegen Milo Novic zunächst nach einem Routine-Mordfall aussieht, entpuppt sich rasch als ein Dickicht krimineller Verstrickungen: Im Besitz des Toten finden sie skandalträchtiges Material, darunter das Foto eines minderjährigen Mädchens, das seit einer Woche vermisst wird. Während die Stadt im Schnee versinkt, müssen die Ermittler eine düstere Welt betreten, in der schon die Jüngsten gefährliche Spiele treiben …" (Klappentext Penguin)

Verschwundene Mädchen...


Der knapp 500 Seiten starke Thriller beginnt mit einem Ereignis aus dem Jahr 1952, das man anfangs nicht so richtig zuordnen kann, denn bereits im nächsten Kapitel springt man in die Gegenwart und ist in Leipzig. Den Aufbau fand ich ehrlich gesagt teilweise verwirrend, da es immer mal wieder Rückblenden gibt und auch die Perspektiven sehr oft wechseln. Das sorgt zwar dafür, dass es immer wieder kleine Cliffhanger gibt, allerdings hat es mich manchmal auch aus dem Lesefluss herausgebracht. Man ist mal mit den Ermittlern Seiler und Novic unterwegs, mal mit Jugendlichen und dann gibt es auch wieder Szenen, die eher im Milieu der russischen Mafia anzusiedeln sind.

Hätte ich nicht gewusst, dass es sich um den Auftakt einer Thriller-Reihe mit den beiden Ermittlern handelt, hätte ich gedacht, dass es bereits Vorgänger-Bände gibt, denn irgendwie hatte ich immer das Gefühl, zu wenig über die Beiden, insbesondere Hanna Seiler, zu wissen. Denn es scheint einiges in der Vergangenheit geschehen zu sein, dass sie in ihren jetzigen Ermittlungen beeinflusst. Was das war kommt zwar nach und nach heraus, bleibt aber trotzdem sehr oberflächlich. Überhaupt waren mir die beiden Ermittler zu schwach herausgearbeitet. Man erfährt zwar etwas über ihre Macken, ihr Privatleben und ihr Verhältnis zueinander, aber so richtig in die Tiefe geht es nicht. Deswegen wurde ich auch mit den Zweien nicht so richtig war.

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass sie nur eine kleine Rolle in der gesamten Geschichte einnehmen. Sie haben insgesamt wenig Raum bekommen, im Mittelpunkt standen eher Jugendliche und die russische Mafia. Erst am Ende kommen sie etwas in Fahrt und die Ermittlungen erst so richtig in Gang.

Für schwache Nerven ist das Buch nichts, denn das eigentliche Thema ist ganz schön hart - zumindest für mich, denn es geht um junge Mädchen, die verkauft werden. Es wird zwar nie etwas richtig ausführlich geschildert, aber die Andeutungen reichen, dass man sich ausmalen kann, was mit ihnen passiert.

Gestört hat mich etwas die Sprache. Auch wenn es dem Milieu entspricht, in dem die Handlung spielt, war sie doch sehr vulgär und mit vielen Schimpfwörtern und Fäkalsprache gespickt. Das ist einfach nicht mein Fall.

Das Ende fand ich dann doch sehr gelungen und glaubwürdig. Überhaupt hat mir das letzte Drittel des Buches am besten gefallen, hier habe ich auch gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollen. 

Ob ich die Reihe weiterverfolge, weiß ich noch nicht. Dafür konnten mich Seiler und Kovic einfach nicht genug überzeugen. 

Von mir gibt es deswegen 3 Sterne.

Eure

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