Samstag, 8. Februar 2020

Königlich? in "Das Imperium der Prinzen" von Garth Nix

Ich habe mir vorgenommen, öfter mal meine Lese-Komfortzone zu verlassen und über den Tellerrand zu blicken, also auch mal andere Genre zu lesen als die, die ich bevorzuge. Letztes Jahr hat mich ja schon die ABC-Challenge dazu gebracht und auch wenn jetzt keine direkte Challenge dahinter steht, möchte ich doch ein paar SuB-Leichen befreien, die ich jetzt nicht als erstes in die Hand nehmen würde.

Passend dazu habe ich in meinem Regal "Das Imperium der Prinzen" von Garth Nix gefunden. Das Buch ist bereits 2014 bei Bastei Lübbe erschienen und wird für Leser ab 16 Jahren empfohlen.
Eigentlich ist SciFi nicht so mein Ding, ich weiß auch gar nicht mehr, wie das Buch überhaupt zu mir gekommen ist, aber das Klappentext hat sich dann gar nicht so schlecht angehört. Und wie bereits erwähnt: Wenn man immer nur das gleiche liest, verpasst man vielleicht doch das ein oder andere Schätzchen...

Worum geht's?


"Prinz des galaktischen Imperiums zu sein, sollte eigentlich ein Traumjob sein. Schließlich haben die Auserwählten die Chance, Imperator zu werden. Dummerweise gibt es ganze zehn Millionen Prinzen, die alle darauf aus sind, ihre Konkurrenten auszuschalten. Frei nach dem Motto: Nur ein toter Prinz ist ein guter Prinz. Khemri hat von all dem keine Ahnung, bis er selbst zum Prinzen ernannt wird - und ihm prompt Laserstrahlen um die Ohren zischen. Damit beginnen seine Probleme jedoch erst, denn kurz darauf wird er für den Imperialen Geheimdienst rekrutiert ..." (Klappentext Lübbe)

Einer von vielen...


Eigentlich bin ich wirklich nicht der SciFi-Leser, aber der Klappentext hat mich dann doch neugierig gemacht, weil der für mich auch einen Hauch von Dystopie beinhaltet - und das lese ich immer sehr gerne.

Der Einstieg in das Buch ist mir dann aber ehrlich gesagt relativ schwer gefallen. Bis ich mich in die Welt eingefunden habe, die der Autor zeichnet, hat es doch ein bisschen gedauert. Das hat zum einen daran gelegen, dass alles wirklich ganz anders ist, zum anderen auch daran, dass nicht unbedingt alles erklärt wird - und wenn, dann mit vielen technischen Begriffen. 

Ich habe mich davon aber nicht abschrecken lassen und habe weitergelesen, auch wenn ich das ein oder andere - gerade in Bezug auf die Raumschiffe und Waffen - nicht unbedingt kapiert habe. Und mit der Zeit habe ich auch bemerkt, dass es nicht unbedingt wichtig ist, alles genau zu verstehen.

Prinz Khemri, dem Protagonisten, stehe ich sehr zwiespältig gegenüber. Sein Verhalten war nämlich die meiste Zeit wirklich ätzend und unsympathisch, allerdings hat das auch gut zu seiner Position gepasst und erklärt sein Verhalten. Aber wirklich warm geworden bin ich mit ihm nicht.

Was mich auch etwas gestört hat, war der Aufbau der Handlung. Manche Dinge werden super ausführlich erzählt, sodass das Buch doch einige Längen hat und ich zwischendurch die Seiten eher überflogen habe. Hier ist dann einfach nicht viel passiert. Dann wiederum gibt es zum Teil sehr große Sprünge, es geht also zu schnell voran und man fragt sich, was denn zwischendurch passiert ist. Richtig extrem wird es dann am Schluss: Während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass es noch einen zweiten Band geben müsste, weil ich gemerkt habe, ich habe nur noch ca. 40 Seiten vor mir und die Handlung ist noch mitten drin - aber dem war nicht so. Auf einmal geht es Schlag auf Schlag und so schnell, dass man richtig gehetzt wird. Was also am Anfang zu viel war, war ich definitiv zu wenig, denn so ist alles sehr oberflächlich.

Insgesamt hat mir der Ausflug in das Sci-Fi-Genre ganz gut gefallen, es war mal etwas anderes. Das Buch selbst konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Von mir gibt es deswegen nur 2,5 Sterne.

Eure


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