Sonntag, 5. Mai 2019

Liebe in "Someone New" von Laura Kneidl

Ich gestehe: Ich habe noch kein Buch von Laura Kneidl gelesen, obwohl sie bzw. ihre Bücher doch oft auf Blogs oder Social Media über den Weg gelaufen sind. Ich habe mich nicht so richtig herangetraut, auch wenn die Besprechungen meist positiv waren, weil ich mir wegen des Genres unsicher war.

Aber dann kam das Rezensionsangebot zu "Someone New" von LYX - und ich habe zugeschlagen.

An dieser Stelle herzlichen Dank für das Leseexemplar. Meine Meinung wurde durch die kostenfreie Bereitstellung nicht beeinflusst.

Erschienen ist das Buch Ende Januar bei LYX. Es wird ab 14 Jahren empfohlen.



Worum geht's?


"Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …" (Quelle: LYX)

Viel mehr als Liebe...


Als erstes springt natürlich das wunderschöne Cover ins Auge. Schlicht und trotzdem ein Hingucker. Für mich als Cover-Käufer ist das schon mal ein Pluspunkt, aber der Inhalt muss natürlich auch überzeugen.

Was im ersten Moment nach einer ganz normalen Liebesgeschichte mit Hindernissen klingt, ist in Wahrheit viel mehr. Und das macht für mich dieses Buch aus. Auch wenn die große Aufklärung erst gegen Ende der Geschichte kommt, ist es einfach Wahnsinn, was die Autorin hier gemacht hat. Mir ist richtig der Mund offen stehen geblieben, denn ich hätte mit allem gerechnet, nur noch damit. Man erwartet es nicht, es wirkt im ersten Moment auch komisch - aber wenn man dann inne hält, erkennt man, dass es normal ist. Dahinter steckt auch ein bisschen Gesellschaftskritik, aber ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Das wird auch nochmals im Nachwort aufgegriffen (das ich sonst nie lese). Für mich ist es an dieser Stelle sehr schwer, meine Gefühle zum Inhalt zu schildern, ohne zu spoilern, aber der Twist hat mich einfach umgehauen und war doch so schön! Viel mehr als nur eine schnöde Liebesgeschichte.

Der Schreibstil der Autorin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie schreibt aus der Perspektive der Protagonistin Micah, eine junge Studentin, die eigentlich etwas mit Kunst machen möchte, aber ihren Eltern zuliebe Jura studiert. Man ist immer sehr nah am Geschehen und an ihren Gedanken, bekommt ein gutes Gefühl für ihren Alltag und ihre Sorgen. Längen gab es nicht, alles wirkt sehr authentisch.

Allerdings muss ich Micah auch kritisieren. Hier werden mir ein bisschen zu viele Klischees der Generation "Kinder reicher Eltern" bedient. Auch wenn sie sauer auf ihre Eltern ist, eigentlich das Umfeld, in dem diese sich bewegen nicht mag und ganz "normal" sein möchte, lehnt sie sich doch sehr zurück und genießt den Wohlstand. Das fängt bei der gekauften Wohnung an und den unbegrenzten Kreditkarten. Auch wenn sie oft für wohltätige Zwecke spendet, hätte ich mir hier ein klareres Statement und mehr Eigeninitiative gewünscht - vor allem weil sie eben aus der Welt ihrer Eltern ausbrechen möchte.

Insgesamt hat mich das Buch aber sehr positiv überrascht und meine Erwartungen mehr übertroffen. Ich will unbedingt noch mehr von der Autorin lesen, denn ich glaube, ich habe ein neues Genre für mich entdeckt. Aufgrund meiner Kritik an Micah ziehe ich allerdings einen Stern ab: 4 Sterne!

Eure

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