Donnerstag, 14. Februar 2019

Klassiker mit "Feenhände/Sein Kind" von Hedwig Courths-Mahler

Im Rahmen von Daggis Buch-Challenge 2019 soll man auch einen Klassiker lesen. Eigentlich gar nicht mein Genre, aber ich habe trotzdem mal meinen SuB durchforstet und tatsächlich ein Buch gefunden, das zum Thema passt: Den Doppelband "Feenhände/Sein Kind" von Hedwig Courths-Mahler.
Die Autorin habe ich bis dahin nicht gekannt, aber als ich das Buch auf Facebook gezeigt habe, hat sich eine Followerin gemeldet, die die Bücher kennt und liebt. Und weil ich gerne teile, bekommt das Buch jetzt auch ein neues Zuhause bei Steffi.Als Klassiker ordne ich das Buch ein, da die Autorin die bereits 1950 verstarb, die Bücher also verher veröffentlicht wurden.

Der Doppelband mit zwei Romanen von Hedwig Courths-Mahler ist 2004 bei Bastei Lübbe erschienen. Leider bekommt man ihn nur noch antiquarisch.


Worum geht's?


"Feenhände: Karl Wernher, ein reicher Fabrikant, hat seine Pflegetochter Felizitas zur Alleinerbin bestimmt - sehr zum Verdruß seiner Verwandten, die alles tun, um die ungeliebte "Erbschleicherin" auszuschalten. Nur Richard Wernher, der Felizitas großen Dank schuldet, macht eine Ausnahme. Doch auch er kann nicht verhindern, daß schon bald großes Unglück über sie hereinbricht ...

Sein Kind: Lothar Hochberg und Traude Falkner haben eine Vernunftehe geschlossen. Doch schon vor ihrer Hochzeitsreise löst ein Ereignis Trauer und Bestürzung bei Lothar aus und verändert ihn völlig in seinem Wesen. Obwohl sich Traude aufopfernd um ihn kümmert, bleibt ihr der Zugang zu seinem Innersten verwehrt - bis sie ihn eines Tages bittet, alles zu erzählen. Sein Geständnis trifft sie mitten ins Herz ..." (Klappentext Bastei Lübbe)


Abtauchen in eine andere Zeit...


Klassiker sind eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre, aber man sollte öfter mal seine Komfortzone verlassen, um etwas auszuprobieren. Und ich bereue nichts.
Mit den zwei Romanen, die in diesem Buch gemeinsam veröffentlicht wurden, taucht man in eine ganz andere Zeit ab - nämlich die, in der die Autorin auch gelebt hat.

Aus heutiger Sicht sind es natürlich veraltete Klischees, die bedient werden: Es geht um die gehobene Bürgerschicht und ihr Leben, das im Mittelpunkt steht. In beiden Geschichten erfährt man vom Leben der "Gutbetuchten", die in tollen Herrenhäusern leben, viele Angestellte haben - aber doch nicht glücklich sind. Denn geheiratet wird nicht aus Liebe, sondern weil man seinem Status gerecht werden muss.

Die Romantik kommt aber natürlich trotzdem nicht zu kurz. Ja, es ist alles sehr vorhersehbar - aber das hat mich gar nicht gestört. Ich war ganz in der Atmosphäre gefangen und habe mitgefiebert, auch wenn man weiß, wie es am Ende ausgehen wird. Das steht aber meines Erachtens gar nicht im Mittelpunkt der Bücher.

Auch sind alle sehr selbstlos und fast schon zu perfekt. Ich gebe zu, dass mich das in einem aktuellen Roman wahrscheinlich gestört hätte. Aber hier fügt es sich wunderbar in die Zeit und in die Sprache ein, sodass alles andere nicht passen würde.

Das Highlight für mich war - und das hätte ich nicht erwartet - die Sprache. Sie ist gehoben, an der ein oder anderen Stelle wirkt sie veraltet, aber es liest sich trotzdem wunderbar. Es macht den Zauber der Bücher aus. Vor allem die Dialoge sind sehr förmlich und damit authentisch. Schimpfwörter, Gefühlsausbrüche oder Umgangssprache sucht man vergeblich. Wirklich mal etwas anderes.

Alles in allem habe ich mit beiden Büchern eine schöne Lesezeit erlebt. Ein bisschen was muss ich abziehen, denn ich habe es genossen, aber war auch nicht so gefesselt, dass ich das Buch nicht auch mal aus der Hand legen konnte. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne und ich werde sicher noch einmal zu der Autorin greifen!

Eure

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