Sonntag, 1. September 2019

Unter Wasser in "Atlantia" von Ally Condie

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich die "Cassia & Ky Trilogie" von Ally Condie gelesen haben - so lange, dass ich meine Rezensionen noch nicht hier auf dem Blog veröffentlicht habe, weil es ihn damals noch nicht gab :)

Als ich - wieder auf der Suche nach einer passenden Schullektüre - auf "Atlantia" gestoßen bin, wollte ich es zuerst gar nicht lesen, weil ich dachte, es handle sich wieder um einen Mehrteiler. Auf die habe ich momentan einfach nicht so wirklich Lust, zumindest nicht, um neue zu beginnen. Aber nein, hier kann ich beruhigen: Das Buch ist ein Einzelband!

Erschienen ist das Buch bereits Anfang 2014 im Fischer Verlag. Mittlerweile ist es nicht nur als Hardcover, sondern auch als Taschenbuch und ebook erhältlich.


Worum geht's?


"In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet." (Klappentext)

Unter Wasser oder an Land...


Der Einstieg in das Buch ist völlig unvermittelt: Man befindet sich in Atlantia und nimmt an einer Zeremonie teil, auf die man sich zuerst keinen Reim machen kann. Überhaupt ist alles neu in Atlantia, denn hier hat die Autorin eine völlig andere Welt erschaffen. Sie ist meiner Meinung nach sehr durchdacht, sehr detailreich beschrieben und man kann sich vorstellen, dass es irgendwann in der Zukunft auch mal solche Unterwasser-Welten geben könnte.

Gleich zu Beginn lernt man auch die beiden Zwillingsschwestern kennen, wobei man über Bay nicht so viel erfährt, denn sie geht an die Oberfläche. Die Protagonistin Rio bleibt zurück unter Wasser, auch wenn das eigentlich nicht ihr Wunsch ist. 

Rio ist sicher keine typische Protagonistin, denn man schließt sie nicht unbedingt sofort ins Herz. Sie wirkt sehr rational, auch wenn sie nach dem Verlust ihrer Schwester emotional große Tiefen durchmacht. In Hinblick auf andere scheint sie allerdings sehr egoistisch zu sein und niemanden zu trauen. Als Leser muss man ihr wirklich etwas Zeit geben, dann kann man eher nachvollziehen, warum sie so ist, wie sie ist.

Das große Geheimnis um Rio wird relativ schnell aufgelöst, was aber wichtig für die weiteren Geschehnisse ist. Gut finde ich aber, dass es im Klappentext nicht verraten wird, weswegen ich hier auch nicht weiter darauf eingehe.

Was mich etwas gestört hat ist, dass die Geschichte nur sehr langsam in Gang kommt. Zwar braucht man Zeit, um sich in die Welt Atlantias hineinzudenken und zu verstehen, warum es in der Zukunft dazu gekommen ist, die Menschheit in "unter Wasser" und "an Land" zu trennen, aber dennoch nimmt das sehr viel Raum ein, während das Ende dann schon fast plötzlich kommt. Während des Lesens hatte ich mehrmals das Gefühl, dass es sich doch um einen Mehrteiler handeln muss, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie es auf den wenigen verbleibenden Seiten noch zu einem befriedigenden Abschluss kommen soll.

Doch die Autorin hat die Kurve bekommen und ich kann mit dem Ende sehr gut leben. Ich hatte einige schöne Lesestunden und die Welt von Atlantia hat mir wirklich gut gefallen - deswegen gibt es 4 Sterne!

Eure

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