Sonntag, 28. Juli 2019

Töten als Spiel in "Psychospiel" von Natalie Tielcke

Es ist mal wieder Thriller-Zeit, denn bei diesen Temperaturen braucht man einfach ein bisschen Gänsehaut, oder?

Meine Wahl fiel auf "Psychospiel" von Natalie Tielcke, weil mich zum einen der Klappentext sehr angesprochen hat, zum anderen aber auch die positiven Rezensionen auf diversen Buch-Plattformen.

Erschienen ist der Thriller bei Bastei Lübbe. Es ist als Taschenbuch und ebook erhältlich und wird für Leser ab 16 Jahren empfohlen.



Worum geht's?


"Emma Mendel wird zu einer Geiselnahme gerufen. Als sie am Tatort eintrifft, erschießt der Geiselnehmer zwei Frauen und flieht. Die Kommissarin ist schockiert: Der Killer hat offenbar nur darauf gewartet, die Frauen vor ihren Augen zu töten.

Emma will den Killer zur Strecke bringen. Und nur einer kann sie dabei unterstützen: Ben Mendel - ihr Noch-Ehemann und der Vater ihrer beiden Kinder. Die beiden waren mal das perfekte Paar, privat und bei der Polizei. Bis Emma alles zerstört hat. Doch nun braucht sie Bens Hilfe. Denn sie ahnt, dass sie längst selbst eine Spielfigur im Plan dieses eiskalten Serienmörders ist. Emmas Suche wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, in dem der Killer ihr stets einen tödlichen Schritt voraus ist ..." (Quelle: Lübbe)

Mord als Problemlösung...


Der Killer in diesem Thriller hat eine ganz einfache Devise: Hast du ein Problem mit einer Person, dann kannst du es mit einem einfach Spiel lösen. Aber wenn du zustimmst, dann gibt es kein Zurück. Denn irgendjemand muss sterben.

Das macht auch den Thrill des Buches aus und baut die Spannung auf. Das Vorgehen des Mörders ist so perfide und gemein, alles wirkt so unwirklich, bis eine neue Leiche auftaucht. Mich hat es schockiert und gleichzeitig gefesselt. Man kann die nächsten Schritte nur erahnen, aber nie wirklich voraussehen. Wie im Klappentext beschrieben ist die ganze Story ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Altersempfehlung des Verlags ist deswegen auch absolut gerechtfertigt, denn es ist nichts für schwache Nerven.

Toll sind auch die beiden Ermittler Emma und Ben Mendel. Die Beiden waren mal ein Paar und haben gemeinsame Kinder, müssen jetzt aber mehr oder weniger gezwungenermaßen zusammenarbeiten. Ich fand beide super sympathisch und wollte unbedingt wissen, wieso die Beziehung zerbrochen ist. Denn für mich haben sie ein tolles Paar gebildet. Als Nebenhandlung erfährt man auch das, was hier absolut hineingepasst hat, weil dadurch die Haupthandlung auch nicht gestört, sondern eher ergänzt wurde.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Er ist anschaulich und gibt sehr gut die Gefühle der beteiligten Personen wieder, sodass man sich in sie einfühlen kann, ohne unnötige Längen zu schaffen. Man muss sich aber auch auf eine gewisse Sachlichkeit und Brutalität einstellen, denn gerade wenn es um die Morde geht, war es manchmal kaum auszuhalten.

Am Ende kommt es zu einem richtigen Countdown, der nochmal sehr an den Nerven des Lesers zerrt. Hier hat die Autorin auch keine Gnade, wer ein Happy End sucht, wird es hier nicht unbedingt finden - zumindest nicht so wie erwartet. Aber gerade das hat mich auch beeindruckt und mit offenem Mund zurückgelassen.

Miträtseln kann man natürlich die ganze Zeit. Auch wird man ab und zu auf falsche Fährten geführt, sodass man sich als Leser eigentlich sicher ist, schon zu wissen, wer hinter allem steckt. Umso überraschender ist dann die eigentliche Auflösung, auf die ich nie gekommen wäre. Es bleiben auch keine Fragen offen, alles ist in sich schlüssig.

Ich fand den Thriller einfach nur klasse! Von mir gibt es 5 Sterne!

Eure

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