Montag, 13. November 2023

Gefährliches Frankfurt in "Der goldene Tod" von Florian Wacker


Ein Buch, das in meiner Heimat Frankfurt spielt? Her damit! Ich liebe es, wenn ich Orte und Schauplätze wiedererkenne und mit "Der goldene Tod" hat Florian Wacker einen Krimi geschrieben, der mal nicht nur im Bahnhofsviertel spielt.

Erschienen ist das Buch im Juli im KiWi-Verlag.

 

Worum geht's?

"Ein toter Journalist im Sperrmüll, der blutige Luxus der High Society und die schwelenden Konflikte einer Großstadt. In ihrem zweiten Fall muss Staatsanwältin Vogelsang sich nicht nur ihrer schmerzhaften Vergangenheit stellen, sondern auch gegen die eigenen Leute ermitteln.
Ein kalter Herbstabend in Frankfurt. Greta Vogelsang hat es sich gerade gemütlich gemacht, als es an der Tür klingelt. Es ist Robert Altmann. Er ist in Panik, glaubt verfolgt zu werden – und drückt ihr einen Umschlag in die Hand. Vogelsang aber will von ihrem Ex nichts mehr wissen. Zu schwer wiegt die Erinnerung an das, was sie zusammen erlebt haben. Sie legt den Umschlag weg und versucht den Vorfall zu vergessen. Vergeblich. Denn wenige Tage später gerät sie unfreiwillig in die Räumung eines besetzten Hauses, bei der die Leiche eines Investigativjournalisten gefunden wird. Es ist Altmann. Alles deutet auf Mord hin.
Vogelsang untersucht sofort Altmanns Umschlag. Und findet Hinweise auf eine dubiose Agentur für Luxusevents, die illegal mit wertvollem Wildfleisch handeln soll. Ihr ist schnell klar, dass Altmanns Tod und der Wildtierhandel zusammenhängen. Und dass es zugleich um sehr viel mehr gehen muss. Warum sonst der brutale Mord? Als sie dann noch erfährt, dass der Agenturbesitzer mit einer seltenen Form von Milzbrand im Krankenhaus liegt und um sein Leben kämpft, spitzt sich die Lage dramatisch zu." (Klappentext)

Tod in Frankfurt...

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Fall für Staatsanwältin Greta Vogelsang. Man kann ihn aber auch unabhängig vom ersten Band lesen. Ich hatte keine Vorkenntnisse, aber auch keinerlei Probleme, in die Geschichte hineinzukommen und nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Das finde ich sehr wichtig und wurde gut umgesetzt.

Der Klappentext nimmt leider schon etwas von der Handlung vorweg. Die ersten Kapitel kommen einem deswegen schon etwas bekannt vor bzw. gibt es anfangs wenig Überraschungen. Das finde ich immer schade, da ich dann beim Lesen darauf hinfiebere, wann die Handlung endlich eine neue Wendung einnimmt. Aber: Zu lange muss man sich nicht gedulden.

Der Autor vermischt hier nämlich mehrere Handlungsstränge miteinander, sodass man beim Lesen immer wieder kleine Cliffhanger erlebt. Das motiviert extrem zum Weiterlesen. Ich rätsel denn vor allem immer mit, wie alles zusammenhängt und es am Ende aufgelöst wird. Hier kam ich sehr auf meine Kosten.

Die Protagonistin Greta Vogelsang finde ich sehr sympathisch. Mir gefällt, dass es hier um eine Staatsanwältin geht. Zum einen ist es selten, dass ein Mann eine Frau als Hauptperson wählt, zum anderen bekommt man so Einblicke in die Arbeit der Staatsanwaltschaft - und nicht nur in die "klassische" Ermittlerperspektive. 

Bei diesem Krimi handelt es sich um einen eher "ruhigen". Es wird auf extrem blutige oder eklige Szenen, die schocken sollen, verzichtet. Das finde ich gut, denn ich mag das Übertriebene nicht. Trotzdem wird hier Spannung aufgebaut, subtiler und zwischen den Zeilen, sodass man beim Lesen voll auf seine Kosten kommt.

Das Thema des Plots beruht auf wahren Gegebenheiten. Obwohl ich schon einige Jahre in Frankfurt wohne, habe ich davon nichts mitbekommen. Umso mehr hat es bei mir Gänsehaut verursacht. Es hat das ganze Buch einfach noch realer gemacht. Nicht nur, dass es praktisch vor meiner Haustür steht, sondern eben auch, weil es - zumindest in Teilen und was das geschmuggelte Fleisch betrifft - auch tagtäglich genau hier passiert.

Insgesamt wurde ich von der ersten Seite gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und lebendig, sodass man gut in das Buch abtauchen kann. Spannung wird kontinuierlich aufgebaut, die einzelnen Handlungsstränge sind komplex, fügen sich aber am Ende super ineinander. Auch das Privatleben von Greta Vogelsang spielt eine Rolle, aber nicht so, dass es die Geschichte dominiert.

Ich bin begeistert und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen!

Eure



 

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