Montag, 29. August 2016

Mops-Ermittlungen in "Alte Ziegenwiese" von Fritzi Sommer


Wie ihr wisst, mag ich Krimis, in denen der Ermittler etwas ungewöhnlich ist. Und hier habe ich ein Schätzchen gefunden, bei dem er ungewöhnlicher nicht sein kann - es ermittelt doch tatsächlich ein Mops! Genauer gesagt sogar ein ganzes Trio: Henri, Viktor und Wilma.

"Alte Ziegenwiese" von Fritzi Sommer ist Anfang Juni bei Heyne erschienen. Die Printausgabe gibt es für 9,99 €, das ebook für 8,99 €, zum Beispiel direkt hier beim Verlag.

Es handelt sich bereits um den zweiten Fall für die Ermittler-Möpse. "Zum wilden Eck" war ihr erster Fall und ist im letzten Jahr erschienen.



Worum geht's?


"Immer nur bei Frauchen Josi auf dem Sofa liegen? Das reicht Henri, seines Zeichens Mopsmischling und Anführer eines cleveren Ermittlertrios, nicht. Doch als Josis Mutter Christa Henri, Viktor und Wilma mit in die Kleingartenkolonie »Alte Ziegenwiese « nimmt, wendet sich das Blatt. Denn dort treiben sich jede Menge dubiose Gestalten herum, und eines Tages liegt Franz, der Quälgeist der Nachbarschaft, plötzlich mit einer Mistgabel im Rücken auf dem Komposthaufen. Wenn das kein gefundenes Fressen für die Mops-Mafia ist ..." (Quelle: Heyne)

Mopsmäßige Ermittlungen...


Warum also nicht mal Möpse ermitteln lassen? Ich gebe zu, am Anfang war ich etwas skeptisch, wie das gehen soll und wie die Autorin dies umgesetzt hat. Ich hatte auch ein bisschen Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden, denn die Perspektive ist schon ziemlich ungewöhnlich. So musste ich mich am Anfang wirklich konzentrieren, alles aus Mops-Perspektive zu sehen. 

Nach dem Prolog bin ich aber ziemlich gut in die Geschichte hineingekommen. Henri, Wilma und Viktor sind wirklich herzallerliebst. Da möchte man sich gleich selbst einen Mops kaufen. Schön fand ich, dass jeder der drei seinen ganz eigenen Charakter hat, der sich durch das ganze Buch zieht: Henri ist mit Feuereifer bei den Ermittlungen dabei und ist immer in Aktion. Wilma ist ein bisschen verpeilt, was zu der ein oder anderen sehr lustigen Situation führt. Viktor ist das Hirn des Rudels, er schaut gerne Tagesschau und weiß so gut wie alles. Von allem ist also etwas dabei.

Die Möpse sind nicht immer mit unseren menschlichen Handlungen und Aussagen vertraut. Das macht natürlich den Reiz dieses Buches aus und bringt auch den Witz in die ganze Sache. So kommt es immer wieder zu Missverständnissen, zum Beispiel wenn von "einer Leiche im Keller haben" gesprochen wird. An der ein oder anderen Stelle war mir das aber auch etwas zu viel. Ein bisschen weniger davon hätte mir noch besser gefallen.

Das Buch spielt in einer Schrebergarten-Kolonie. Was mir wirklich gut gefallen hat war, dass es gar nicht die üblichen Vorurteile, die man gegenüber Kleingärtnern hegt, aufgreift. Ganz im Gegenteil: Eine Parzelle zu haben, scheint ganz schön hip und lustig zu sein :)

Natürlich steht die eigentliche Krimihandlung nicht unbedingt im Mittelpunkt, sondern die Hunde. Aber das hat mich gar nicht gestört.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch sehr gut gefallen. Wenn man sich erstmal ins Mopshirn hineingefuchst hat, dann lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und ist eine gute Unterhaltung.

Obwohl es bereits der zweite Fall für das Mops-Trio ist, kann man ihn sehr gut lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Ich kannte ihn auch noch nicht, aber es gab keinerlei Verständnisprobleme. Es gibt einige Anspielungen auf den ersten Fall, aber das waren nur Hintergrundinformationen und nicht für den eigentlichen Fall relevant.

Insgesamt mochte ich das Buch gerne und habe es auch ziemlich schnell weggelesen. Ich werde mir jetzt auch den ersten Fall schnappen, denn dieser Teil hat auf alle Fälle neugierig gemacht. Und wenn es einen neuen Fall für Henry & Co. gibt, dann kommt er sofort auf meine Wunschliste. Von mir gibt es 4 Sterne!

Kennt ihr auch Krimis, in denen Tiere die Ermittlungen übernehmen? Habt ihr Empfehlungen für mich?
Eure



1 Kommentar:

  1. Hey,

    eine schöne Rezension :) Ich mag ungewöhnliche Ermittler (und auch gerade Tierermittler) ebenfalls sehr gerne und dieses Buch hier steht auch auf meiner Wunschliste. Dass es der zweite Band einer Reihe ist, ist gut zu wissen, das wusste ich bisher nicht :)

    Bei Tierkrimis kann ich dir (ohne zu wissen, was du schon kennst) die Mopskrimis von Martina Richter empfehlen ("Mopshimmel", "Mopswinter" und "Mopsfluch"). "Glennkill" ist ein unterhaltsamer Schafskrimi, "Saubande" ein Schweinekrimi. "Tod im Anflug" ist ein Gänsekrimi. Ich fand auch "Der Schnüffler" (ein Hundekrimi) ganz gut, aber hier gibt es auch viele negative Meinungen.
    In den Büchern von Catherine Ashley Morgan ("Die List der roten Katze" etc.) spielt die Katze eine wichtige Rolle, aber es ist ein menschlicher Ermittler. Ähnlich ist es, wenn ich mich recht erinnere, bei der Reihe von Rita Mae Brown.
    Auf meiner Wunschliste stehen noch "Hasenpfeffer" (ein Hundekrimi) und "Die Wanze" (ein Insektenkrimi).
    Mehr fallen mir gerade nicht ein, obwohl es bestimmt noch einige weitere gibt. Vielleicht interessiert dich etwas davon :) Welche Tierkrimis könntest du noch empfehlen?

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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