Montag, 20. März 2017

Überlebenskampf in "Die Letzten #1 - Zerfall" von Oliver Pätzold

Wir freuen uns immer, wenn uns Autoren anschreiben, um zu fragen, ob wir ihre Bücher lesen wollen. Denn so entdecken wir das ein oder andere Schätzchen, dass uns sonst entgangen wäre. Ist es dann allerdings wie mit "Die Letzten - Zerfall" von Oliver Pätzold ein Genre, dass uns beide interessiert, müssen wir immer knobeln und - hihi - ich habe gewonnen, sorry Caro :D

"Die Letzten- Zerfall" ist der erste Teil einer Endzeitreihe und ist im Mai letzten Jahres erschienen. Den zweiten Teil "Die Letzten - Verlust" gibt es auch schon. Ihr erhaltet die Bücher bei amazon, entweder als Taschenbuch oder ebook. KindleUnlimited-Leser lesen übrigens kostenlos.


Worum geht's?


"Eine verheerende Pandemie zerstört das Leben von Robert und seinen Kindern Hanna und Alexander. Nach wochenlanger Isolation in ihrer Wohnung werden sie gezwungen, durch ein entvölkertes Land zu ziehen, immer auf der Suche nach Lebensmitteln, Wasser und vor allem einer sicheren Zuflucht. Doch schon bald erkennen die drei, dass ihr Überleben in erster Linie nicht von einer tödlichen Seuche gefährdet wird, sondern von der Spezies, der sie selbst angehören: den Überlebenden." (Quelle: amazon)


Wer ist der größte Feind?


Das Grundthema an sich ist nichts neues: Es geheimnisvolles Virus bricht aus, Ärzte und Regierung sind machtlos und ein Großteil der Menschheit wird ausgelöscht. Der kleine Rest muss sich nun ohne die gewohnte Infrastruktur durchschlagen.

Ich lese Dystopien dieser Art sehr gerne. Besonders gut gefallen haben mir aber zwei Ausgangspunkte: Endlich mal ein Buch in dieser Art, das in Deutschland - genauer gesagt in Bayern - spielt. Und: Alles kommt so unvermittelt, dass man das Gefühl hat, es kann genau jetzt Realität werden. Während des Lesens habe ich mich mehrmals gefragt, wie ich reagieren würde, wenn auf einmal der Notstand ausgerufen werden würde und alles zusammenbricht. Vorbereitet wäre ich auch keinen Fall... da muss man nur meine kläglichen Essensvorräte betrachten.

Im Mittelpunkt steht eine Familie, genauer gesagt Robert und seine Teenie-Kinder Hanna und Alexander. Eine ganz normale Familie also - und trotzdem machen die Charaktere im Buch eine riesige Entwicklung durch. Denn auf einmal müssen sie sich so ganz anders verhalten, wie sie es gewohnt sind und zum Beispiel lernen, das eigene Mitgefühl komplett auszuschalten.

Das fand ich sehr gruselig, aber auch realistisch geschildert: Wie lange dauert es, bis du dir selbst am nächsten bist? Was muss geschehen, dass du dein Leben und das deiner Kinder über alles stellst und nicht zögerst, einen Mord zu begehen? Es sind die Kleinigkeiten, die geschehen und teilweise einen brutalen und erschreckenden Ausgang haben... Das ist nichts für schwache Nerven.

Mich hat auch der Schreibstil gefesselt. Die Ereignisse überschlagen sich nicht, im Gegenteil. Das Buch ist eher "langsam", man verfolgt die Familie und weitere Überlebende, die man beim Lesen kennenlernt, auf jedem noch so kleinen Schritt. Deswegen hatte ich immer das Gefühl, alles mitzuerleben.

Gelungen fand ich auch, dass es nicht das "Happy End" gibt. Man muss sich damit anfreunden, dass auch lieb gewonnene Charaktere sterben oder andere Wege gehen. Zum Glück bin ich hier als "Game of Throne"-Fan schon abgehärtet.

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, ich habe mitgelitten und mitgefiebert. Ich bin so froh, dass Teil 2 schon hier liegt und ich gleich weiterlesen kann. Von mir gibt es 5 Sterne!

Eure


Kommentare:

  1. oh das hört sich gut an, keine Dystopie mit Mädels die furchtbar tough sind und am Ende in die Arme ihres Retters sinken. Das kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste.

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    1. Ja, es ist wirklich mal ohne die "starken Mädels" - das hat mir gut gefallen :)
      Lies es auf jeden Fall!
      Liebe Grüße
      Jasmin

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