Freitag, 31. März 2017

"Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein totaler Serien- und Filmjunkie bin. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe das Lesen. Aber es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht wenigstens eine Folge einer Serie schaue. Ich bin wahrscheinlich einer von Netflix treusten und ergebensten Kunden.
Heute erscheint mit "Thirteen Reasons why" eine neue Netflixserie. Dabei handelt es sich um die Adaption des gleichnamigen Buches von Jay Asher (im Deutschen lautet der Titel "Tote Mädchen lügen nicht"). Die dazu neu erschienene Filmausgabe durfte ich lesen...



Darum geht's:

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt au "Play" - und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die tot ist. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe haben zu ihrem Tod geführt, dreizehn Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon...

So hat es mir gefallen:

Selbstmord. Ein schwieriges Thema. Immer. Aber gerade für ein Jugendbuch. Jay Asher gelingt es jedoch eine unglaubliche Geschichte zu spinnen. Gemeinsam mit Clay Jensen begibt sich der Leser auf die Suche nach den dreizehn Gründen und den Personen, die zum Suizid von Hannah führten. Dabei wird eine unheimliche Spannungen aufgebaut. Es folgt ein ständiger Wechsel zwischen den Sequenzen, die von Hannah auf Kassette gesprochen wurden, und den Gedanken und Gesprächen von Clay.

Je weiter man in der Geschichte fortschreitet und je besser man Clay kennen lernt, umso schwerer wird es sich vorzustellen, dass er tatsächlich etwas mit Hannahs Tod zu tun hat. Immer wenn ein neuer Grund auftauchte, platzte ich fast vor Spannung, ob es jetzt um Clay ging.

Die verschiedenen Gründe reichen von banaleren bis zu schwer wiegenden Dingen. Hannah erklärt stets genau, wie sie jeder weiter in Richtung Selbstmord trieb. Das macht wirklich sehr nachdenklich. Den schon kleinere Dinge können einen Menschen so schwer verletzen. Doch auch das Wegsehen, Nichtssagen und unsere Feigheit im richtigen Moment einzugreifen, können dazu führen, dass jemand keine Hoffnung mehr hat. Dieser moralische Aspekt des Buches hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mir auch vorstellen könnte, das Buch mit einer Schulklasse zu lesen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu verstehen. Die Wortwahl ist meiner Meinung nach dem Alter der Protagonisten angemessen. Selbst die nicht so schönen Szenen sind adäquat geschrieben.

Obwohl das Buch eine große Moralkeule schwingt, konnte es mich begeistern. Die Geschichte ist für mich durchaus denkbar. Sie ist traurig, regt aber auch zum nachdenken an. Mit dem Thema Selbstmord wird verantwortungsvoll umgegangen. Er wird weder verherrlicht, noch banalisiert. Es ist ein guter Mittelweg. Der Fokus liegt für mich aber auch eher auf dem alltäglichen Verhalten von uns allen.

Fazit:

Das Buch war wirklich klasse, so dass ich nur 5 von 5 Punkten vergeben kann. Wenn die Serie nur ansatzweise so gut wird, dann kann man sie sich getrost ansehen.

Eure Caro

1 Kommentar:

  1. Huhu Caro!

    Ich hab das Buch vor Ewigkeiten gelesen und die Serie auch direkt nach Erscheinen geguckt. Ich kann sagen, dass die Serie - meiner Meinung nach - noch viel besser ist als das Buch. Das will ich auch extra nochmal rereaden, um den direkten Vergleich zu ziehen.
    Ich glaube, mittlerweile würde ich das Buch auch viel besser bewerten, als Jugendliche fand ich es nämlich noch mittelmäßig, aber gerade die Thematik und die Umsetzung sind so gut.
    Ich hoffe, die Serie wird dir auch gefallen - falls du sie noch nicht bereits gesehen hast. :)

    Ich habe deine Rezension in meiner Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogger verlinkt.

    Liebe Grüße,
    Diana

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