Samstag, 4. Februar 2017

Rationalität pur in "Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen" von Jeff Cohen

Hach, ist dieses Cover nicht ein echter Hingucker? Allein wegen diesem lustigen, weghüpfenden Kopf wollte ich das Buch lesen. Und als ich dann den Klappentext gelesen habe, erst recht. Denn wie ihr wisst, liebe ich Ermittler der anderen Art - und hier ist der Protagonist Asperger-Autist, der ein kleines Büro hat, in dem er Fragen aller Art beantwortet - und das komplett rational. Spannung, aber auch einiges an Humor war hier vorprogrammiert.

"Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen" von Jeff Cohen ist Mitte Oktober 2016 bei blanvalet erschienen und als Print sowie als ebook erhältlich. 

Danke an den Verlag für das Leseexemplar!



Worum geht's?


"Samuel Hoenig ist ein ungewöhnlicher Mann, und er hat einen ungewöhnlichen Job: Er beantwortet Fragen jeglicher Art. Seine spezielle Persönlichkeit hilft ihm dabei, nahezu jede Antwort zu finden. Doch die Frage eines neuen Kunden entpuppt sich als besonders knifflig: »Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?« Samuels Ehrgeiz ist geweckt. Gemeinsam mit seiner neuen Assistentin Ms. Washburn macht er sich auf die Suche. Als dann auch noch ein Mord geschieht, befindet sich Samuel plötzlich inmitten einer verzwickten Verschwörung …" (Quelle: blanvalet)

Ermittlungen einfach mal ganz rational...


Ich liebe außergewöhnliche Ermittler - dabei ist Samuel Hoenig, der Protagonist des Buches, eigentlich gar keiner. Er hat einfach nur ein Büro und beantwortet allerlei Fragen, zum Beispiel, ob es möglich ist, einen Ball aus dem Baseball-Station zu schmettern oder ähnliches. Er ist Asperger-Autist und sieht die Welt deswegen in manchen Dingen etwas anders - ganz rational eben. 

Erzählt wird das Buch aus Samuels Sicht in der Ich-Perspektive. Das ist absolut passend - denn so werden all seine Gedankengänge für den Leser nachvollziehbar. Manchmal führt es natürlich auch zu der ein oder anderen komisches Situation - zum Beispiel wenn er nicht versteht, was "Was zur Hölle..." eigentlich bedeuten soll - aber gerade das macht dieses Buch aus. Es macht sich keinesfalls über Autisten lustig, auch wenn man das ein oder andere Mal wirklich schmunzeln muss. Für mich zeigt das Buch viel mehr die Stärken dieser Personen auf und baut Vorurteile ab. Denn anders zu sein bedeutet ja nicht gleich, dass das schlecht ist. 

Zum Glück bekommt Samuel bei der Beantwortung der hier im Mittelpunkt stehenden Frage "Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?" Hilfe von der sehr sympathischen Ms. Washburn. Sie unterstützt ihn im Lesen von Gesichtsausdrücken und ist so eine perfekte Ergänzung. Der besagte Kopf ist in einem Institut verschwunden, in dem man sich - oder eben nur seinen Kopf - nach dem eigenen Tod einfrieren lassen kann, um dann später wieder aufgetaut zu werden.Und als ob das nicht ausreicht, passiert auch noch ein Mord. Es stehen also mehrere Fragen im Raum, die beantwortet werden müssen.

Das Buch ist herrlich geschrieben... Es ist witzig, dennoch spannend und man mag die Figuren einfach so sehr, dass man einfach mitfiebert. Allerdings gibt es auch einige Längen, in denen es nicht wirklich voran geht bzw. man als Leser durch viele Fakten und unterschiedliche Begebenheiten gar nicht so wirklich durchblickt.

Letztendlich klärt sich aber alles logisch auf und es bleiben keine Fragen offen. Das Ende schreit gerade zu nach einer Fortsetzung bzw. weiteren kniffligen Fragen für Samuel Hoenig. Zwar habe ich noch keine Ankündigung entdeckt, aber ich hoffe sehr, dass da noch was kommt.

Ich wurde gut unterhalten, das Buch ist wirklich mal etwas anderes! Von mir gibt es 4 Sterne!

Eure






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen