Montag, 30. Januar 2017

Ein Traum für Buchliebhaber in "Eine Buchhandlung auf Reisen" von Christopher Morley

Ich liebe Bücher, in denen es um Bücher geht - und als mir "Eine Buchhandlung auf Reisen" von Christopher Morley ins Auge gesprungen ist, musste ich es einfach lesen. Und das wusste ich schon, bevor ich auch nur wusste, worum es eigentlich geht :)
Erschienen ist das Buch im Herbst 2015 im Atlantik Verlag. Ihr bekommt es als Hardcover, Taschenbuch oder ebook. Lasst euch von den 18 Euro, die das Hardcover kostet, nicht abschrecken - das Buch ist jeden Cent wert. Oder ihr nehmt das ebook oder Taschenbuch :)

Ich habe mich - wie erwähnt - gar nicht weiter mit dem Inhalt beschäftigt, bevor ich es in der Hand hatte. Deswegen wusste ich nicht, dass es eine Vorgeschichte zu einem anderen Roman ist. Das stört aber beim Lesen gar nicht. Im Gegenteil, jetzt will ich unbedingt auch "Das Haus der vergessenen Bücher" lesen!


Worum geht's?


"Die Vorgeschichte zum Leserliebling "Das Haus der vergessenen Bücher": Bevor Büchernarr Roger Mifflin sich dem stationären Buchhandel in Brooklyn zuwendet, ist er als fahrender Buchhändler mit seinem Planwagen in New England unterwegs. Dort trifft er auf die resolute Helen McGill, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Farm bewirtschaftet. Kurz entschlossen kauft sie Mifflin, der das Vagabundendasein gründlich satt hat, den Bücherwagen samt Pferd und Hund ab und entdeckt die wunderbare Welt der Literatur und die Liebe." (Quelle: Atlantik)


Lasst euch verzaubern...


Das Buch hat mich von der ersten Seite an verzaubert. Das lag nicht nur an der wunderschönen Geschichte, sondern auch an der tollen Sprache.
Auch wenn das Buch erst vor einem Jahr erschienen ist, wurde es doch schon vor langer Zeit geschrieben. Der Autor, Christopher Morley, lebte Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts und ist leider schon gestorben. Hinterlassen hat er aber ein wirklich zauberhaftes Buch, dass jetzt schon eines meiner Jahreshighlights 2017 ist - auch wenn das Jahr noch sehr jung ist.

Das Buch spielt in Amerika, eine genau Zeit ist nicht angegeben, aber es müsste auch so Anfang des 19. Jahrhunderts sein. Autos kommen gerade erst in Mode, der Pferdekarren wird noch bevorzugt. Sogar New York und Brooklyn sind noch getrennt - das kann man sich kaum vorstellen. Morley entführt uns also in eine ganz andere Welt - und das ganz ohne eine Dystopie zu zeichnen. 

Das Hauptaugenmerk liegt auf Büchern: Roger Mifflin zieht mit einem Planwagen durch das Land und verkauft gebrauchte Bücher. Ein rollendes Antiquariat sozusagen. Sein Ziel ist es nicht, ein Vermögen zu verdienen, sondern den Leuten - vor allem Farmern - die Literatur näher zu bringen. Da er aber ein eigenes Buch schreiben will, verkauft er seinen "Parnassus" an die eigentliche Protagonistin Helen McGill. Was dann passiert ist eine schöne Mischung aus Abenteuer gewürzt mit der Liebe zur Literatur. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Helen. Man könnte sich keine bessere Hauptfigur wünschen. Sie ist witzig, resolut und einfach nur sympathisch.

Was mich aber am meisten begeistert hat, war die tolle Sprache: Klassisch, aber dennoch voller Witz und Ironie. Aber es gibt trotzdem einige nachdenkliche Passagen, in denen es etwas ruhiger zugeht und der Leser in Gedanken schwelgen kann.

"Eine Buchhandlung auf Reisen" ist auf keinen Fall modern - aber genau das macht den Reiz des Buches aus. Ich bin von der ersten Seite an in der Geschichte versunken. Für mich ist es jetzt schon eines meiner Jahreshighlights und ich werde es sicher noch einmal in die Hand nehmen. 5 Sterne!

Welches Buch hat euch zuletzt so richtig begeistert?
Eure






Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Leseexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen