Samstag, 17. Dezember 2016

Fehlende Erinnerungen in "Das Gesicht meines Mörders" von Sophie Kendrick

Du wirst von einem Mörder gejagt, kannst dich aber an gar nichts erinnern... Eine schreckliche Vorstellung - und Stoff für einen spannenden Thriller, also her damit! Auch wenn Weihnachten vor der Tür steht, hatte ich nicht das Bedürfnis nach etwas Besinnlichem, deswegen kam mir "Das Gesicht meines Mörders" von Sophie Kendrick gerade recht.

Der Psychothriller ist gestern erst im Rowohlt Verlag erschienen und ich durfte es bereits vorablesen. Vielen Dank dafür! Erhältlich ist das Buch als Print oder ebook für schlappe 9,99 €. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk für sich oder einen Thriller-Leser sucht, kann hier guten Gewissens zuschlagen.
Kaufen könnt ihr es natürlich überall, aber auch direkt beim Verlag.




Worum geht's?


"Sie muss sich erinnern, um zu überleben.
Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben – Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit. Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift, dass sie sich erinnern muss, um zu überleben. Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist." (Quelle: Rowohlt)


Du weißt nicht, wer dich jagt...


Die Idee, einer Protagonistin das Gedächtnis zu rauben, ist sicher nichts neues, sondern wurde bereits in vielen Büchern thematisiert. Allerdings ist hier auch nicht ein Buch wie das andere, weswegen ich mich auch mit voller Vorfreude auf dieses Buch gestürzt habe.

Es beginnt auch sofort im Krankenhaus: Clara wacht auf und hat alles über sich vergessen. Nach und nach muss sie ihr Leben rekonstruieren und sich dabei auf für sie fremde Menschen wie ihren Ehemann verlassen. Die Vorstellung finde ich mega erschreckend und im Buch wird es auch sehr authentisch herübergebracht.

Aber es ist nicht nur das Gedächtnis: Irgendjemand möchte Clara umbringen - und sie kann sich nicht erinnern, wer von ihrem Tod profitieren würde. Es geht rasant zu, der Leser wird mitgerissen und fiebert mit. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und habe das Buch innerhalb von zwei Abenden förmlich eingesaugt.

Clara war eine nette Protagonistin, die ich als Leserin auch sehr positiv im Hinterkopf behalten habe. Allerdings konnte sie mich auch nicht komplett auf ihre Seite ziehen. Manchmal war sie mir fast ein bisschen zu abgeklärt und zu souverän.
Die Autorin lenkt den Leser schon auf gewisse Sympathieentwicklungen: Wer ist der Gute, wem sollte Clara besser nicht vertrauen? Das fand ich manchmal etwas schade, denn auch wenn das Ende eine Überraschung ist, war man doch in seiner Meinung über das gesamte Buch sehr festgefahren. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr "Offenheit" gewünscht.

Das Ende ist wie gesagt gelungen, denn der Leser wird an der Nase herumgeführt. Es gibt auch nochmal einen richtigen Showdown, bei dem man das Buch wirklich nicht zur Seite legen kann.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es lässt sich flüssig lesen, es gibt keine unnötigen Details die den Lesefluss verhindern und das Buch ist nicht mit Figuren überladen, sodass man nicht durcheinander kommt.

Alles in allem wurde ich gut unterhalten, die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!
Von mir gibt es 4 Sterne!

Was wäre für euch das schlimmste an einem totalen Gedächtnisverlust? Welche Erinnerungen würdet ihr am meisten vermissen?
Eure

1 Kommentar:

  1. Klingt sehr interessant! Leider ist mein SUB sehr groß, sodass ich erstmal abbauen muss, bevor ich wieder neuen Lesestoff anschaffen kann. lg Nadine von Nannis Welt

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